Stars and Stripes Fliegen lernen in den USA
  • Allgemeines






  • Einleitung

    Irgendwann hat wohl jeder schon einmal davon geträumt, fliegen zu können. Die Freiheit, sich in allen drei Dimensionen bewegen zu können, ist einfach einzigartig und mit Worten kaum zu beschreiben. Doch wegen der vermeintlich hohen Kosten, der langwierigen Ausbildung, und nicht zuletzt auch wegen Vorurteilen genenüber der Fliegerei, die es leider in Deutschland gibt, ist Fliegen für viele bei einem Traum geblieben. Es gibt jedoch einen Weg, wie man in relativ kurzer Zeit und mit einem angemessenen Kostenaufwand den Pilotenschein erwerben kann. Dieser Weg heißt Fliegen lernen in den USA.

    Hat man sich einmal entschlossen, diesen Weg zu gehen, ist das Schwierigste eigentlich schon geschafft. Trotzdem tauchen jetzt Fragen auf, die gerade für den fliegerisch noch Unerfahrenen nicht sehr einfach zu beantworten sind. Mit diesem Text möchte ich versuchen, da etwas weiterzuhelfen und meine Erfahrungen mit anderen zu teilen. Alles, was ich hier geschrieben habe, beruht übrigens ausschließlich auf diesen Erfahrungen und ist meine ganz persönliche Meinung. Deshalb ist dier hier auch nicht als komplette, allgemeingültige Anleitung zu verstehen, sondern einfach als Sammlung von Tips und Ratschlägen. Will man in Amerika den Flugschein erwerben, so sollte man sich auf jeden Fall vorher so viel Informationen wie nur möglich verschaffen, so daß man dann als glücklicher Pilot nach Hause fahren kann und auch aus eigener Erfahrungen behaupten kann: "Flying is Fun !!!"

    Marco Roth, September 1998


    Warum gerade die USA ?

    Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort, Amerika ist das Fliegerland schlechthin! Weit über 5000 öffentliche Flugplätze, kaum Luftraumbeschränkungen, so gut wie nirgends Landegebühren, keine Nachtflugverbote und ein überaus günstiger Spritpreis tragen dazu bei. Auch die öffentliche Einstellung gegenüber der Fliegerei ist in den USA deutlich positiver als in Deutschland. Das Flugzeug ist hier eben ein Verkehrsmittel wie jedes andere auch und kann auch so benutzt werden.

    Ganz davon abgesehen ist Amerika natürlich auch ein tolles Reiseland und auch wenn während der Pilotenausbildung nur wenig Zeit für Touristisches bleibt, lohnt sich ein USA-Aufenthalt immer. Die Amerikaner sind im allgemeinen überaus gastfreundlich und offen, so daß man leicht Kontakt findet. Vieles wird auch sehr viel lockerer gehandhabt als in Deutschland und "Having Fun" wird überall groß geschrieben. Auch die Pilotenausbildung soll in erster Linie Spaß machen. Dabei bleiben jedoch Sicherheit und Qualität der Ausbildung keineswegs auf der Strecke. Im Gegenteil, viele halten die amerikanische Pilotenschulung sogar noch besser und ausführlicher als die deutsche (zum Beispiel ist in Amerika die Nachtflugerlaubnis, sowie eine Intrumentenflugeinführung schon in der PPL-Ausblidung enthalten). All das trägt dazu bei, daß die USA-Reise ein einzigartiges Erlebnis wird, bei dem man eben am Ende noch einen Flugschein bekommt.

    Voraussetzungen

    Eine der ersten Fragen, die sich stellt, ist die nach den Voraussetzungen. Ist man überhaupt in der Lage, den Flugschein zu machen, kann man die Theorie überhaupt ohne abgeschlossenes Physikstudium verstehen und muß man nicht mindestens so fit wie ein Spitzensportler sein? Die Antwort ist einfach, grundsätzlich kann so gut wie jeder das Fliegen erlernen. Die einzigen Voraussetzungen, die das amerikanische Luftfahrtgesetz fordert, ist ein Mindestalter von 17 Jahren, die Fähigkeit, die englische Sprache zu lesen und zu sprechen, sowie ein Nachweis der medizinischen Tauglichkeit (third class medical). Dieses Tauglichkeitszeugnis muß von einem Aviation Medical Examiner ausgestellt werden. Solche Ärzte, die ein amerikanischen Tauglichkeitszeugnis ausstellen können, gibt es auch in Deutschland (hier kann man entsprechende Ärzte suchen). Es ist ratsam, sich bereits vor der Reise in die USA ein solches Zeugnis ausstellen zu lassen, so daß es zu keiner bösen Überraschung kommt. Aber keine Sorge, die Untersuchung wird relativ locker gehandhabt und normalerweise ist es für halbwegs gesunde Menschen kein Problem, ein solches Medical zu bekommen. Eine Brille ist übrigens auch kein Hindernis, solange man mit Brille oder Kontaktlinsen gut sehen kann.

    Unbedingt notwendig für die Pilotenausbildung sind einigermaßen gute Englisch-Kenntnisse (vor allem Sprechpraxis und das Verstehen des amerikanischen Slangs sind wichtig, die fliegerischen Fachbegriffe hat man dann schnell dazugelernt). Theorie-Unterricht, die Flugstunden und selbstverständlich auch der Sprechfunk laufen in Englisch ab und wenn man da Sprachschwierigkeiten hat, dann kann das ganze schnell ziemlich stressig werden. Selbst wenn deutschsprachige Fluglehrer bei der Flugschule sind, spätestens bei der Prüfung wird man wohl oder übel englisch reden müssen.

    Andere Voraussetzungen gibt es nicht, und auch besondere Fähigkeiten muß man nicht haben. Die Theorie ist normalerweise kein Problem und dank guter Unterlagen auch ohne irgendwelche Vorkenntnisse einfach zu erlernen und das Fliegen an sich ist eigentlich nur Übungssache. Wer ein Auto sicher durch den europäischen Straßenverkehr steuern kann, sollte auch kein Problem haben, ein Flugzeug durch die Luft zu bewegen.

    Visum und Einreise

    Grundsätzlich kann jeder deutsche Staatsbürger ohne Visum in die USA einreisen und sich drei Monate dort aufhalten, ein Zeitraum, der für eine Pilotenausbildung dicke ausreicht. Ein Problem dabei ist nur, daß man nicht als Tourist einreisen darf, wenn der Hauptzweck der Reise eine Ausbildung ist. Es ist jedoch völlig in Ordnung, aus touristischen Gründen einzureisen, und dann während des "Urlaubs" Flugstunden zu nehmen. Nur sollte man dann dem Einreisebeamten nicht unbedingt von der Pilotenausbildung erzählen. Es hat sich bewährt, als Einreisegrund den Besuch eines Freundes anzugeben, damit hat es bisher immer ganz gut geklappt.

    Man kann sich allerdings auch ein Studentenvisum (J1- oder M1-Visa) ausstellen lassen, das normalerweise von der Flugschule bereits vor der Einreise beantragt wird. Natürlich muß man dazu einige Formulare ausfüllen und das ganze kostet auch eine Gebühr. Mehr Informationen dazu gibts zum Beispiel beim Bureau of Consular Affairs der US-Regierung. Es ist allerdings meiner Meinung nach wirklich unnötig, sich ein Visum ausstellen zu lassen. Ich habe meine Flugscheine alle als normaler Tourist gemacht und ich habe auch noch nie gehört, daß es damit irgendwelche Probleme gegeben hat.



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