Stars and Stripes Fliegen lernen in den USA
  • Anerkennung




  • Hier geht es um die Anerkennung des amerikanischen Flugscheins in Deutschland.



    WICHTIG : Die hier beschriebenen Bestimmungen sind auf dem Stand von August 1998, es ist aber abzusehen, daß sich diese Bestimmungen im Zuge der Vereinheitlichung der europäischen Luftfahrtgesetze in der nächsten Zukunft ändern werden. Man sollte sich also auf jeden Fall nochmal genau beim Luftfahrtbundesamt darüber informieren.

    Voraussetzungen

    Grundsätzlich ist es kein Problem, den amerikanischen Privatpilotenschein in Deutschland anerkennen zu lassen, es ist jedoch ein recht zeitaufwendiges Verfahren und kann schon etwas nervig werden. Zunächst muß man beim Luftfahrtbundesamt einen Antrag auf Anerkennung stellen und die folgenden Unterlagen beilegen : Als Flugerfahrung müssen mindestens 24 Flugstunden nach dem Scheinerhalt nachgewiesen werden. Es gibt drei Möglichkeiten, sich diese Stunden zu erfliegen, zum einem kann man ein amerikanisch registriertes Flugzeug in Deutschland chartern, denn dafür gilt ja der US-Flugschein. Solche Flugzeuge sind aber nur sehr schwer zu finden, die meisten dieser Maschinen sind Privatflugzeuge, die man nicht chartern kann. Als zweite Möglichkeit kann man bei einer deutschen Flugschule als Schüler Alleinflüge unternehmen. Dazu braucht man aber vor jedem Flug eine Genehmigung von einem Fluglehrer und darf auch keine Passagiere mitnehmen. Beide Möglichkeiten sind jedoch relativ teuer, da man natürlich die in Deutschland üblichen Charterpreise zahlen muss, bei einer Flugschule kommen dann eventuell noch Schulungsgebühren hinzu. Es ist deshalb auf jeden Fall empfehlenswert, die 24 Flugstunden in den USA gleich nach der Ausbildung zu nehmen. Das ist die mit Abstand günstigste Methode und es ist auch deshalb ratsam, da man so gleich nach der Ausbildung sein Können noch weiter verbessern kann. Und natürlich macht es auch riesig Spaß, auf diese Weise noch etwas die USA erkunden zu können.

    Die Anerkennung des Sprechfunkzeugnisses ist insofern problematisch, da man in Amerika normalerweise überhaupt kein Sprechfunkzeugnis benötigt. Man kann mit dem amerikanischen Flugschein gegen eine Gebühr bei der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (Postfach 100351, 45403 Mülheim) einen sogenannten Berechtigungsausweis bekommen. Das reicht für die Anerkennung aus, man darf allerdings den Sprechfunk damit nur in englischer Sprache durchführen. Für den deutschen Flugschein benötigt man später aber auf jeden Fall auch ein deutsches Flugfunkzeugnis, so daß man das auch gleich jetzt machen kann. Dazu ist zwar eine theoretische und praktische Prüfung nötig, die aber normalerweise kein Problem ist. Die Theorie ist einfach ein Multiple-Choice-Test, auf den man sich anhand eines Fragenkatalogs sehr gut vorbereiten kann, die praktische Prüfung besteht aus einer Sprechfunksimulation. Da man aber in den USA schon einige Erfahrung auf diesem Gebiet gesammelt hat, ist auch das unproblematisch.

    Hat man dann alle Unterlagen beisammen und diese dem LBA zugesandt, bekommt man als nächstes die Aufforderung, noch eine Theorieprüfung in deutschem Luftrecht abzulegen, sowie einen Flug mit deutschem Fluglehrer zur Einweisung in den deutschen Luftraum durchzuführen. Dieser Flug muß ein Dreiecksflug mit mindestens drei Landungen an drei verschiedenen Flugplätzen sein, von denen einer mindestens 100 km vom Startplatz entfernt liegt und einer ein kontrollierter Verkehrsflughafen sein muß. Die Theorieprüfung in Luftrecht muß man beim zuständigen Regierungspräsidium ablegen. Es gibt aber auch dafür einen guten Fragenkatalog zur Vorbereitung. Das Ergebnis dieser Prüfung wird vom Regierungspräsidium direkt an das Luftfahrtbundesamt weitergegeben, der Nachweis über den Dreiecksflug schickt man selbst ein und danach bekommt man endlich den Anerkennungsschein ausgestellt. Dieser Schein ist solange wie das amerikanische medizinische Tauglichkeitszeugnis gültig, also in der Regel zwei Jahre. Jetzt hat man im Grunde die gleichen Rechte wie ein deutscher Privatpilot. Nach Ablauf der Gültigkeit des Anerkennungscheins kann man dann damit beim Regierungspräsidium einen echten deutschen Privatpilotenschein beantragen, sofern man in den letzten 24 Monaten mindestens 24 Flugstunden im Logbuch eingetragen hat. Ein deutsches Tauglichkeitszeugnis benötigt man übrigens für den Anerkennungsschein noch nicht, das ist dann erst für die deutsche PPL nötig.

    Dauer und Kosten

    Wie man sieht, ist das ganze doch ein recht aufwendiges Verfahren. Bis man alle Unterlagen und Papiere beisammen hat, vergeht einige Zeit. Alles in allem muß man für den ganzen Vorgang mit ca. 3 Monaten rechnen. Das liegt daran, daß insbesondere die Prüfungen für Luftrecht und das Flugfunkzeugnis nur an bestimmten Terminen, üblicherweise einmal im Monat, stattfinden. Die Bearbeitung der Anträge bei den Behörden kann man manchmal durch einen Anruf etwas beschleunigen, allerdings wird der Anerkennungsschein eh erst dann ausgestellt, wenn man von der FAA die endgültige amerikanische Lizenz erhalten hat (nach der Prüfung in Amerika bekommt man ja erst einen vorläufigen Flugschein, der endgültige wird dann per Post zugesandt). Auch die FAA läßt sich dafür etwas Zeit, es kann sein, daß man den Flugschein auch erst zwei bis drei Monate nach der Prüfung bekommt.

    Die Kosten für die Anerkennung liegen bei insgesamt rund 1000,- DM. Den größten Anteil hat hier der Dreiecksflug mit deutschem Fluglehrer, für den man allein ca. 700 - 800 DM einplanen muß. Den Rest der Kosten machen dann die Gebühren für die Bestätigungen und die Prüfungen aus.

    Alternative

    Die folgende Alternative zur Anerkennung über das Luftfahrtbundesamt kenne ich nicht persönlich, der Tip wurde mir von Helmut Stöcklin mitgeteilt. Demnach gibt es in den USA bei einigen Flugschulen die Möglichkeit, nach der amerikanischen Lizenz unabhängig davon gleich noch den britischen Flugschein zu machen. Das ist ein vollwertiger europäischer Flugschein, mit dem alle in einem EU-Land registrierte Maschinen fliegen kann (also auch deutsche). Mit diesem Verfahren spart man sich die 24 Flugstunden und das extrem bürokratische Verfahren der Anerkennung durch das Luftfahrtbundesamt. Der Nachteil ist der, daß man zusätzlich noch die englische Theorieprüfung ablegen muss, die angeblich sehr umfangreich ist. Die praktische Prüfung dagegen soll mehr oder weniger einfach sein, da man ja auch davor gerade die amerikanische abgelegt hat.



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